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3.1 Bemerkungen zur Genese im Internationalen Wolkenatlas


Zunächst sei hier zitiert, was der Internationale Wolkenatlas zur Entstehung der einzelnen Wolkengattungen sagt:

Ci-Wolken entwickeln sich oft aus Virga-Bildungen von Cc und Ac oder auch aus dem Oberteil eines Cb. // Ci-Wolken können auch bei Umbildung ungleichförmiger Cs-Wolken durch Verdunstung der dünneren Teile entstehen. // Ci-Büschel mit abgerundeten Gipfeln entstehen oft in wolkenfreiem Raum.

Cc kann in wolkenfreiem Raum entstehen. // Cc kann auch bei Umbildung von Ci oder Cs oder auch durch Schrumpfung der Teilwolken eines Fleckens, eines Feldes oder einer Schicht von Ac entstehen. // Cc in Linsen- oder Mandelform wird gewöhnlich durch lokale, orographisch bedingte Hebung einer Schicht feuchter Luft hervorgerufen.

Cs bildet sich, wenn ausgedehnte Luftschichten langsam bis in genügend große Höhen gehoben werden. // Cs kann auch durch das Zusammenwachsen von Ci- oder Cc-Teilen oder durch Eiskristalle, die aus Cc fallen, entstehen. Ferner kann sich Cs durch das Dünnerwerden von As oder bei Ausbreitung des Ambosses einer Cb-Wolke bilden.

Ac entsteht häufig am Rande einer ausgedehnten Luftschicht bei Hebung oder auch bei Turbulenz bzw. Konvektion im mittleren Stockwerk. // Ac kann auch entstehen durch Ausweiten oder Anwachsen wenigstens einiger Wolkenteile eines Cc-Feldes, durch Aufbrechen einer Sc-Schicht oder durch Umbildungsvorgänge bei As oder Ns. // Ac bildet sich auch bei Ausbreitung von Cu- oder Cb-Wolken. // Ac in Linsen- oder Mandelform entsteht gewöhnlich bei lokaler, orographisch bedingter Hebung einer Schicht feuchter Luft.

As bildet sich meistens dann, wenn ausgedehnte Luftschichten langsam bis in genügend große Höhen gehoben werden. // As kann sich auch aus einem Cs-Schleier entwickeln, der an Mächtigkeit zunimmt; manchmal entsteht As auch infolge Abnahme der Mächtigkeit einer Ns-Schicht. // As entwickelt sich bisweilen aus einer Ac-Schicht, und zwar dann, wenn Eiskristall-Schleppen (Virga) in größerem Ausmaß aus Ac fallen. // Gelegentlich, besonders in den Tropen, entsteht As infolge Ausbreitung der mittleren oder oberen Teile eines Cb.

Ns bildet sich meistens dann, wenn ausgedehnte Luftschichten langsam bis in genügend große Höhen gehoben werden. // Ns kann sich auch aus As entwickeln, der an Mächtigkeit zunimmt; ferner bildet sich Ns - wenn auch nur selten - , sobald eine Sc- oder Ac-Schicht an Mächtigkeit zunimmt. // Ns bildet sich zuweilen auch infolge Ausbreitung von Cb- oder (sehr selten) von umfangreicher Cu-Bewölkung, sofern aus letzterer Niederschlag fällt.

Sc kann durch die Größenzunahme schon einiger weniger Ac-Zellen entstehen. // Sc bildet sich manchmal in wolkenfreiem Raum unterhalb von As oder noch häufiger unterhalb von Ns; er kann auch durch Umbildung von Ns entstehen. // Sc kann sich infolge Hebung einer St-Schicht entwickeln oder als Ergebnis konvektiver oder wellenförmiger Umbildung von St mit oder ohne Höhenänderung entstehen. // Sc bildet sich häufig bei Ausbreitung des oberen oder mittleren Teiles von Cu- oder Cb-Wolken. Spätnachmittags oder abends entsteht Sc auch infolge Abflachung von Cu-Wolken..

St in Schichtform bildet sich infolge Abkühlung der unteren Luftschichten. // St in Form kleinerer oder größerer Fetzen kann das kurz dauernde Übergangsstadium der Entstehung oder Auflösung von St-Schichten darstellen. St-Fetzen als Begleitwolke (pannus) können auch als Folge von Turbulenz entstehen, sofern die Luft durch Niederschlag, der aus As, Ns, Cb oder Cu fällt, mit Feuchtigkeit angereichert ist. // St kann sich aus Sc entwickeln. Dies tritt infolge verschiedener Ursachen - Niederschlagsauslösung ausgenommen - dann ein, wenn die Unterseite des letzteren absinkt oder ihr reliefartiges Gepräge oder ihre sichtbare Gliederung verliert. // Eine häufige Art der St-Bildung ist die der langsamen Hebung einer Nebelschicht bei Erwärmung der Erdoberfläche oder Zunahme der Windgeschwindigkeit. Nebel, der sich über See gebildet hat, und bei auflandigem Wind über die Küste hinweggetrieben wird, kann landeinwärts als St-Wolke erscheinen.

Cu entsteht in Konvektionsströmen, die sich bei entsprechend starken Temperaturgradienten in den unteren Schichten ausbilden. Derartige starke Temperaturgradienten können auf verschiedene Weise entstehen, am häufigsten durch (a) Erwärmung der Erdoberfläche durch Sonneneinstrahlung, (b) anhaltende Erwärmung der unteren Schichten einer Kaltluftmasse beim Überströmen einer verhältnismäßig warmen Erdoberfläche. // Der Entstehung von Cu-Wolken geht oft das Auftreten kleiner Dunstflecken voraus, aus denen sich dann die Wolken entwickeln. // Cu-Wolken können aus Ac oder Sc hervorgehen. Sie können auch durch Umbildung von Sc oder St entstehen. Letzteres ist häufig morgens über Land der Fall. // Zerfetzter Schlechtwetter-Cumulus bildet sich manchmal unterhalb von As, Ns, Cb oder auch unter gut entwickelten Cu-Wolken, aus denen Niederschlag fällt.

Der Cb geht normalerweise durch fortgesetzte Umbildungsvorgänge aus großen, gut entwickelten Cu-Wolken hervor. Die Bedingungen, bei denen Cb-Wolken vorkommen, sind daher jenen ähnlich, die auch für die Entwicklung von Cu günstig sind. // Manchmal entwickelt sich ein Cb aus Ac oder Sc, deren Oberteile türmchenartige Aufquellungen haben. Im ersten Falle liegt die Cb-Untergrenze ungewöhnlich hoch. Durch Um- oder Weiterbildung eines Teiles von As oder Ns kann ebenfalls eine Cb-Wolke entstehen.


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